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SCHUB e. V. Schul- und Berufsabschluss für ALLE
Der Olchinger Verein SCHUB e. V. – Schul- und Berufsabschluss für ALLE
Stand: Juni 2010
Die Olchinger Verein SCHUB e. V. – Schul- und Berufsabschluss für ALLE wurde am 3. April 2008 gegründet. Bereits am 18. April 2008 wurde SCHUB e. V. als gemeinnützig und am 29. Juni 2009 vom Landratsamt Fürstenfeldbruck als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. Hervorgegangen ist der Verein aus einer gleichnamigen Initiative, die sich im Februar 2007 konstituiert hat. Ausgangspunkt war eine Veranstaltung des Sozialforums Amper im Dezember 2006 im Kloster Fürstenfeldbruck zum Thema „Armut im Landkreis Fürstenfeldbruck“. Im Anschluss daran haben sich mehrere Arbeitsgruppen gebildet, u. a.
– die Arbeitsloseninitiative ALoG – Arbeitslose ohne Geld
– die Arbeitsgruppe IGEA – Initiative Grundeinkommen Amperland und
– die Arbeitsgruppe Kinder und Jugend, aus der SCHUB hervorgegangen ist.
Der Hintergrund und unser Ziel
Hauptschulabgänger ohne Abschluss haben – wenn überhaupt – nur sehr geringe Chancen, einen qualifizierten Ausbildungsplatz zu finden. Dieses Defizit wird sie nicht nur ihr ganzes Leben lang nahezu unwiderruflich benachteiligen, sondern schafft gesellschaftlich ein unüberschaubares und nachträglich kaum zu bewältigendes Konfliktpotenzial. Dies ist in der Vergangenheit in vielfältiger Weise immer wieder deutlich geworden. Letztlich führen fehlende Schul- und berufsabschlüsse gradlinig über prekäre Beschäftigungsverhältnisse und lange Zeiten der Arbeitslosigkeit in die Altersarmut.
Wie vielfältige Studien nachweisen, liegt auch die Kriminalitätsrate bei Jugendlichen ohne Schulabschluss deutlich über dem Durchschnitt aller Jugendlichen. Ohne die realistische Perspektive einer Lehrstelle bzw. einer Berufsausbildung ist es nur schwer möglich, heranwachsende Jugendliche von der Notwendigkeit eines Hauptschulabschlusses zu überzeugen. Die Bereitstellung von qualifizierten Ausbildungsplätzen und ein erfolgreicher Hauptschulabschluss sind daher nahezu unabdingbar miteinander verbunden. Vor dem Hintergrund hat sich SCHUB die folgenden Fragen gestellt:
Was muss in Olching geschehen, damit innerhalb eines überschaubaren Zeitraums von
5 Jahren alle Jugendlichen zumindest einen Hauptschulabschluss erreichen und anschließend
erfolgreich eine Berufsausbildung absolvieren?
Und:
Ist es möglich, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen, die ein solches visionäres Ziel in den
Bereich des Möglichen rückt?
Und:
Was können wir dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen?
Wo müsste man ansetzen, um dieses Ziel zu erreichen?
Wer müsste/sollte/könnte sich an dieser Initiative beteiligen?
Das angestrebte Ziel kann kurz- und mittelfristig nur erreicht und langfristig nur auf eine sichere Grundlage gestellt werden, wenn möglichst viele – angestrebt: ALLE – Einrichtungen und Initiativen, die in Olching Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen betreuen bzw. ausbilden, gemeinsam und aufeinander abgestimmt auf dieses Ziel hinarbeiten:
Angefangen bei Kleinstkindern – idealer Weise bereits in der Schwangerschaftsphase – über Kinderkrippen und Kindergärten, weiterführend bei Grund- und Hauptschulen, über Kinderhorte bis zu den Berufsschulen und Arbeitgebern, die zuständigen Abteilungen der Olchinger Gemeindeverwaltung, das Jugendzentrum, den Sozialdienst, die Volkshochschule, die Kirchen, Migrantenorganisationen, den Gewerbeverband, den Arbeitskreis „Wirtschaft“ der Olchinger AGENDA 21, die Arbeitsagentur im Landkreis sowie private und öffentliche Initiativen zur Unterstützung benachteiligter Schüler und Auszubildender, wie z. B. der Kreisjugendring (Projekt „Starthilfe“). Alle diese Einrichtungen – und diese Auflistung ist sicher noch unvollständig – möchten wir ebenso einbeziehen wie eher individuell ausgerichtete Aktivitäten von Elterninitiativen, Eltern-Kind-Gruppen und Fördermaßnahmen unterschiedlicher Art.
Einbeziehung bereits laufender Aktivitäten
SCHUB möchte also das Rad nicht neu erfinden. Vielmehr wollen wir auf den vorliegenden Erfahrungen und Strukturen aufbauen, bereits laufende Aktivitäten vernetzen und gemeinsam mit den jeweiligen Einrichtungen versuchen, Lücken aufzudecken – und sie zu schließen. In diesem Zusammenhang arbeiten wir u. a. im Arbeitskreis „Vernetzung“ mit, der aus der Jugendkonferenz 2007 der Agentur für Arbeit in Fürstenfeldbruck hervorgegangen ist. Ebenfalls beteiligen wir uns an dem landkreisweiten Arbeitskreis der Schulpatengruppen unter der Federführung des Staatlichen Schulamtes Fürstenfeldbruck und der Aktion Soziale Stadt FFB.
Überparteilichkeit
SCHUB ist überparteilich. Unabhängig davon ist der Verein auf die Unterstützung durch alle demokratischen Parteien und Olchinger Wählergruppen angewiesen.
Unsere Aktivitäten
Unsere Arbeit stützt sich zurzeit auf etwa 25 ehrenamtlich tätige Personen aus unterschiedlichen Bereichen, z. T. von beruflich einschlägig Erfahrenen, z. T. von Personen, die „von außen“ kommen und andere Kenntnisse einbringen. Der Verteilerkreis unserer regelmäßig versandten Informationen (per Email) umfasst mittlerweile nahezu 200 Einrichtungen und Einzelpersonen. Diese Liste ist sicher noch unvollständig, sie wird laufend erweitert.
Im Wesentlichen entlang der Altersschiene organisieren wir unsere Aktivitäten in folgenden Arbeitsgruppen:
1. Besuchsprogramm aller Neugeborenen „Willkommen im Leben – Willkommen in Olching“
in Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst Olching
Dr. Pettinger, Susanne Hartleif, Elisabeth Breier, Susanne Frauwallner, Amrei Westhues
2. Patenschaften für Grund- und Hauptschüler
Sabine Schmidt-Bender und 10 Patinnen und Paten
3. Unterstützung bei der Lehrstellensuche
Mark-Immo Halscheidt
4. Deutsch-Kurse für Mütter von ausländischen Vorschulkindern („Deutsch für Mama“)
in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Olching
Sonja Hofer, Mechthild Kaufmann. Yvette Tirolf,
5. PC-Kurse für Hauptschüler der 5. bis 7. Klassen
in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Olching
Sonja Hofer
6. Vortragsveranstaltungen
„In zwei Sprachen leben“, Dr. Özgür Savasci, LMU München (6. Juni 2008)
„Die erste Zeit mit einem Säugling“, Elisabeth Breier, Olching (5. Mai / 7. Juli 2010)
7. Interkulturelle Sommerfeste
Mithat Artur, Yusuf Demirkol, Alexandra Metzger
Bisherige Aktivitäten
17. Januar 2008
Podiumsdiskussion zum Thema „Bildung in Olching“ am 17. Januar 2008 mit allen 5 Olchinger Bürgermeisterkandidat/innen und einer Vertreterin der ödp. Im überfüllten Saal des Olchinger Kolpingheims (über 200 Zuhörer) haben alle Diskutanten SCHUB die volle Unterstützung für die zur Diskussion gestellten Ziele zugesichert.
27. Februar 2008
Start des Patenschaftsprojekt für Hauptschüler im Rahmen eines Pressegesprächs.
19. März: Erstes Einweisungsgespräch mit potenziellen ehrenamtlichen Paten
Anfang Mai: Beginn der Arbeit erster Paten-Gruppen
30./31. Mai / 13./14. Juni: Patenschulung durch externen Coach im Rahmen der VHS
3. April 2008
Gründungsversammlung von SCHU e. V.
30. Mai 2008
Übergabe einer Spende von 10 PCs und 3.000 in bar durch die Sparkasse Fürstenfeldbruck und weiterer Rechner und Zusatzkomponenten durch die WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH sowie die Journalistenschule München.
Bestückung der PCs mit von der Firma Microsoft nahezu kostenlos zur Verfügung gestellten Betriebssystemen und dem MS-Office-Programmpaket.
Im Anschluss: Kostenpflichtige PC-Kurse für Hauptschüler im Rahmen der VHS und Weitergabe der PCs an erfolgreiche Absolventen zur privaten Nutzung.
28. Juni 2008
1. SCHUB-Sommerfest im KOM, Olching.
Juli 2008
Erarbeitung eines Profilpasses mit allen Schülern der 8. Klasse der Hauptschule Olching.
September 2008
Fortsetzung der Arbeiten der Hauptschulpaten mit zurzeit 12 Schülerinnen und Schülern der Hauptschule Olching
Unterstützung der Schüler der 9. Klasse bei der Lehrstellensuche, zusammen mit dem Gewerbeverband Olching, u. a. in Form einer telefonischen Lehrstellenakquisition.
November 2008 bis Mai 2009
2. PC-Kurs für Hauptschüler in Zusammenarbeit mit der VHS Olching und Weitergabe von PCs an erfolgreiche Absolventen
März bis Juli 2010
„Deutsch für Mama“. Mittlerweile 3 Deutsch-Kurse in Zusammenarbeit mit der VHS Olching für zurzeit 20 Mütter aus 10 Ländern (in 4 parallel laufenden Teilkursen). Überwiegend handelt es um Mütter, deren Vorschul-Kinder zeitgleich an einem Deutschkurs an der Grundschule Olching (Martinschule) teilnehmen. Darüber hinaus haben wir im Rahmen freier Kapazitäten Mütter von älteren Schülern aufgenommen.
11- Juli 2009
2. SCHUB-Sommerfest auf dem Gelände des Vereins für Sport, Gymnastik und Rehabilitation, Olching
Juli 2009
2. Erarbeitung eines Profilpasses mit allen Schülern der 8. Klasse der Hauptschule Olching.
Seit Januar 2010
Im Dezember 2009 hat die Aktion Mensch unseren Antrag auf Förderung des Neugeborenen-Besuchsprogramms „Willkommen im Leben – Willkommen in Olching“ genehmigt. Weitere Fördermittel erhalten wir von unserem Kooperationspartner Sozialdienst Olching, der Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck, der Jugendsozialstiftung Dr. Bernd und Arnhild Rieder sowie dem Autohaus Neumayr (Gröbenzell) und der Firma Metalog (Olching).
Nach einer vierteljährigen Vorbereitungsphase haben wir im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung das Besuchsprogramm am 27. März der Öffentlichkeit vorgestellt und anschließend offiziell gestartet.
Vorbilder sind entsprechende Vorhaben in Dormagen und Augsburg (geplant). Geplant ist ein Besuch aller Neugeborenen (und deren Eltern), sofern gewünscht und nach vorheriger schriftlicher Anmeldung.
Durch professionelle Kräfte (Frau Breier (Still- und Laktationsberaterin), Frau Frauwallner (Dipl. Psychologin) und Frau Westhues (Hebamme mit familientherapeutischer Zusatzausbildung)). In Olching werden pro Jahr etwa 220 Kinder geboren. Sofern sich konkrete Unterstützungsbedarfe zeigen, werden wir die Mütter / Eltern an eine der etwa 70 Hilfeeinrichtungen weiterleiten, mit denen wir kooperieren. Der Kontakt zu den Eltern wird u. a. durch Kinder- und Frauenärzte, Hebammen, Geburtskliniken, und Apotheken hergestellt.eken hergestellt.
Frauenärzte, Hebammen, Geburtskliniken, und Apotheken hergestellt.
Unsere Förderer und Sponsoren
Wir bedanken uns bei unseren Spendern und Sponsoren:
– Aktion Mensch („Willkommen im Leben – Willkommen in Olching“)
– Aufrechter Gang Puchheim
– Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck („Willkommen im Leben – Willmen in Olching“)
– Fahrschule Schipper Olching
– Förderverein Kultur Olching
– Fürstenfeldbrucker Tagblatt – Helfende Hände („Deutsch für Mama“)
– Gemeinde Olching
– Jugendsozialstiftung Dr. Bernd und Arnhild Rieder
– („Willkommen im Leben – Willkommen in Olching“)
– Kebab House Olching
– Microsoft
– Sparkasse Fürstenfeldbruck („Deutsch für Mama“ und ungebundene Förderung)
– Süddeutsche Zeitung – Adventskalender („Deutsch für Mama“)
– Taxi MSC Olching
– Volksbank Raiffeisenbank Olching.
Fördermitglieder
– Autohaus Neumayr, Gröbenzell
– Metalog – Training Tools, Olching
(beide „Willkommen im Leben – Willkommen in Olching“)
Unterstützer/innen und Mitglieder
SCHUB freut sich über Interessensbekundungen jeglicher Art, ganz besonders von Personen, die den Verein aktiv oder als passives Mitglied unterstützen möchten. Kontakt: Über den Vorstand. Der Beitrag beträgt 20 € pro Jahr, die Familienmitgliedschaft 30 €, der Sozialbeitrag 10 €. Darüber hinaus freuen wir uns über Fördermitgliedschaften mit einem Mindestbeitrag von 100 € pro Jahr). Die Anträge auf Mitgliedschaft können von der Homepage www.schub-olching.de herunter geladen werden.
Ein paar Zahlen
Im Landkreis FFB gab es 2005 33 Grundschulen mit 8.300 Schülern und 19 Hauptschulen mit 3.200 Schülern.
2004 haben laut der Bildungsstatistik des Statistischen Landesamtes Bayern 14,3 % der Hauptschulabgänger in Landkreis Fürstenfeldbruck keinen Hauptschulabschlussabschluss erreicht, bei Jungen 18,5%, bei Mädchen 9,1%, bei ausländischen Jugendlichen waren es sogar 22,6%. In Absolutzahlen waren dies insgesamt 85 Abgänger, davon 61 Jungen und 24 Mädchen, bzw. 64 deutsche und 21 ausländische Jugendliche. Zahlen für Olching sind nicht bekannt bzw. werden aus Datenschutzgründen nicht publiziert.
In Olching leben (Stand März 2007) 6.335 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 21 Jahren, darunter 623 mit ausländischer oder doppelter Staatsangehörigkeit, hiervon 482 im Alter unter 16 Jahren. Sie verteilen sich auf 55 Nationalitäten.
